Verpaarung, Trächtigkeit und Geburt
Wie verläuft eigentlich der Weg vom Deckakt bis zur Geburt eines Wurfes? Wann ist der richtige Moment gekommen, in dem Hündin und Rüde zusammengeführt werden – und woran erkennt man später, ob tatsächlich neues Leben unterwegs ist?
In den Wochen danach verändert sich vieles. Die Trächtigkeit bringt körperliche und verhaltensmäßige Veränderungen mit sich, während sich im Verborgenen die Welpen entwickeln und langsam auf ihren ersten Atemzug vorbereiten.
Und schließlich rückt der eine Moment näher, der selbst für erfahrene Züchter immer wieder besonders bleibt: die Geburt. Wie kündigt sie sich an? Wie läuft sie ab? Und was geschieht in den ersten Minuten, wenn die Welpen das Licht der Welt erblicken?
Die folgenden Abschnitte geben einen Einblick in diesen Ablauf – von der Verpaarung über die Trächtigkeit bis hin zur Geburt unserer kleinen Wunder.

Verpaarung
Ist der nächste Wurf geplant, beginnt das Warten auf den Beginn der Hitze bei unserer Hündin. Der erste Blutstropfen ist dann der erlösende Moment und markiert den Startschuss für die nächsten Schritte.
Nun darf gerechnet werden: Tag 11 der Hitze markiert den Eisprung der Hündin. Üblicherweise sind die Eizellen zwischen Tag 12 und 14 reif – in diesem Zeitraum ist ein erfolgreicher Decksprung möglich.
So viel zu Theorie und Lehrbuch.
In der Praxis kann dieses kleine, wichtige Zeitfenster, das es zu treffen gilt, um mehrere Tage variieren. Und knapp vorbei ist eben auch daneben – in diesem Fall wäre die nächste Chance erst wieder bei der nächsten Hitze in sechs bis neun Monaten.
Die Erfahrung des Züchters und die genaue Beobachtung seiner Hündin sind hier oft mehr wert als Hormonspiegelmessungen beim Tierarzt, die sich aufgrund sehr breiter Referenzwerte und möglicher Messtoleranzen unserer Meinung nach nur begrenzt eignen. Letztlich weiß es nur die Nase eines sicheren Deckrüden mit Bestimmtheit.
Unmittelbar nach dem erfolgreichen Deckakt sollte die Hündin ruhen. Sicherheitshalber wird am folgenden Tag noch einmal nachgedeckt.
Danach beginnt erneut eine Zeit des Wartens – und die Hoffnung, dass aus dieser Verpaarung tatsächlich neues Leben entsteht.

Trächtigkeit
Ob der Deckakt erfolgreich war und die Hündin tatsächlich trächtig ist, zeigt sich nach etwa drei Wochen. Erst dann lässt sich vermuten, ob sich befruchtete Eizellen in der Gebärmutter erfolgreich eingenistet haben und tatsächlich Welpen unterwegs sind.
Die Trächtigkeit der Hündin dauert im Durchschnitt rund 63 Tage. In dieser Zeit verändert sich vieles. Viele Hündinnen werden ruhiger und anhänglicher, suchen häufiger die Nähe ihres Menschen und gönnen sich mehr Ruhephasen.
Auch körperlich stellt sich der Organismus nun auf die kommenden Wochen ein. Etwa ab der Mitte der Trächtigkeit steigt der Energiebedarf der Hündin deutlich an. Dabei geht es weniger darum, einfach mehr Futter zu geben – entscheidend ist vielmehr eine höhere Energiedichte des Futters. Gleichzeitig wird die tägliche Futtermenge auf mehrere Mahlzeiten verteilt.
Währenddessen entwickelt sich im Bauch der Hündin neues Leben. Aus winzigen Embryonen wachsen innerhalb weniger Wochen vollständig entwickelte Welpen heran.
Gegen Ende der Trächtigkeit lässt sich durch ein Röntgenbild oft erahnen, wie viele Welpen sich im Bauch der Mutterhündin befinden. Doch je mehr Welpen die Hündin in sich trägt, desto unübersichtlicher wird die Lage im Bauch – eine genaue Zahl bleibt daher häufig eine Annäherung.
Hier zeigen wir ein solches Röntgenbild kurz vor der Geburt. Wer Lust hat, darf gerne einmal selbst versuchen, die kleinen Wirbelsäulen zu zählen – und über unser Kontaktformular einen Tipp abgeben, wie viele Welpen sich damals im Bauch versteckten.
Mit jedem Tag rückt nun der Geburtstermin näher – und damit der Moment, auf den alles vorbereitet ist.

Geburt
Mit dem Näherkommen des Geburtstermins steigt die Spannung noch einmal spürbar an. Auch wenn man diesen Moment schon mehrfach erlebt hat – jede Geburt bleibt etwas Besonderes.
Oft kündigt sich die Geburt bereits einige Stunden vorher an. Die Körpertemperatur der Hündin sinkt leicht ab, sie wird unruhiger und wechselt häufiger ihren Platz. Dann beginnen die ersten Wehen – und mit ihnen eine Phase aufmerksamer Beobachtung.
Mit zunehmender Intensität der Wehen beginnt die eigentliche Geburtsarbeit. Die Hündin presst, und schließlich erscheint die Fruchtblase – kurz darauf erblickt der erste Welpe das Licht der Welt.
Die Mutterhündin kümmert sich instinktiv um ihren Nachwuchs, öffnet die Fruchtblase, reinigt den Welpen und regt durch ihr Putzen den Kreislauf an. Wo nötig, helfen wir unterstützend mit – etwa indem wir den Welpen mit einem Handtuch abreiben oder eine Fruchtblase öffnen.
Jeder kleine Neuankömmling wird kurz kontrolliert, gewogen und im Wiegeprotokoll erfasst. Zur späteren Identifikation erhält er außerdem ein farbiges Halsband. Danach wird er wieder bei der Mutter angelegt und beginnt meist sofort zu trinken.
So setzt sich die Geburt Welpe für Welpe fort. Zwischen zwei Welpen können wenige Minuten, manchmal aber auch längere Pausen liegen. Gerade bei größeren Würfen ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Wehen regelmäßig bleiben und der nächste Welpe sich ankündigt.
Häufig beginnt die Geburt am Abend und zieht sich bis weit in die Nacht oder in die frühen Morgenstunden. Am Ende liegt der gesamte Wurf eng bei der Mutter. Die kleinen Welpen trinken und schlafen – und wenn alles gut verlaufen ist, macht sich eine große Erleichterung breit.
Mit der Geburt endet dieser besondere Abschnitt der Zucht – und gleichzeitig beginnt ein neuer. In den kommenden Wochen begleiten wir unsere kleinen Fellnasen Schritt für Schritt auf ihrem Weg ins Leben.
Mehr über die ersten Lebenswochen unserer Welpen erfahren Sie hier:
„Viele Wochen Vorbereitung und Hoffnung – und am Ende ein neuer Anfang.“
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