Unsere Mädels

Hinter jedem Wurf, jeder Linie und jeder Entscheidung stehen Persönlichkeiten.

Unsere Hündinnen sind keine Namen in einem Stammbaum – sie sind tägliche Begleiterinnen, eigenständige Charaktere und ein fester Bestandteil unseres Lebens.

Über Jahre hinweg wachsen sie mit uns, entwickeln sich, prägen unseren Alltag und hinterlassen ihre ganz eigenen Spuren. Jede Generation bringt dabei etwas Besonderes mit: Temperament oder Ruhe, Sensibilität oder Souveränität, Verspieltheit oder Gelassenheit.

Unsere aktuelle Stammhalterin June - benannt nach ihrer Großmutter- steht heute im Mittelpunkt unseres Zuchtgeschehens. Ihre Mutter begleitet uns weiterhin als erfahrene, ruhige Konstante im Alltag. Und die Großmutter, mit der alles begann, lebt in vielen Momenten und Erinnerungen weiter – sie hat den Grundstein gelegt für das, was heute besteht.

Drei Generationen, drei unterschiedliche Persönlichkeiten – verbunden durch Charakter, Nähe und das gemeinsame Leben an unserer Seite.

June                       

(Feenya "June" vom Wartberg)

Feenya June stammt aus unserem F-Wurf. Der Name „Feenya“ ergibt sich aus der Wurfbezeichnung, während „June“ als Beiname an ihre Großmutter erinnert – und gleichzeitig ihr Rufname wurde. Für uns ist sie einfach nur June oder Juni.

Schon vor der Geburt dieses Wurfes war klar, dass wir eine Hündin aus der Linie behalten möchten, um den Weg weiterzuführen. In diesem Wurf hatten wir allerdings die Qual der Wahl. June fiel schon früh auf eine ganz eigene Weise auf. Während die ganze Rasselbande losstürmte, blieb sie einfach sitzen und beobachtete erst einmal das Geschehen – mit diesem ruhigen, überlegten Blick, der einen kurz denken ließ, sie wüsste schon mehr als die anderen.

June entwickelte sich zu einem sehr munteren und aufgeweckten Junghund. Sie ist ausgesprochen sportlich, schnell und kräftig gebaut und liebt Bewegung in jeder Form. Besonders im Sommer ist Wasser ihr Element – sie schwimmt mit großer Begeisterung und baut dabei beeindruckende Kraft und Ausdauer auf. Gleichzeitig zeigt June im Alltag einen sehr ausgeprägten Apportiertrieb. Fällt irgendwo etwas herunter – eine Packung Taschentücher oder ein Schlüssel – ist sie sofort zur Stelle, hebt es auf und bringt es stolz. Tatsächlich mussten wir sie irgendwann etwas bremsen und ihr beibringen, nicht auch noch Dinge zu finden, die niemand verloren hat.

Trotz all dieser Aktivität ist June ein ausgesprochen verschmustes Kuscheltier und sehr eng an uns gebunden. Gleichzeitig ist sie mit April ein wunderbares Mutter-Tochter-Gespann. Bei vielem, was wir ihr beigebracht haben, hatte April ihren ganz eigenen Anteil – einfach, weil June sich vieles von ihr abgeschaut hat.

Schritt für Schritt wurde June von uns in Richtung Zuchthündin aufgebaut und absolvierte ihre gesundheitlichen Untersuchungen sowie die Zuchtzulassung vollkommen tadellos. Bei ihrem ersten Wurf wirkte vieles erstaunlich leicht. Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht meisterte sie ruhig und souverän – fast so, als wäre das alles für sie selbstverständlich.

April

(Caress „April“ Anja Ute vom Wartberg)

April entstammt dem dritten Wurf ihrer Großmutter June vom Gellertberg und kam unter ganz besonderen Umständen zur Welt. In diesem Wurf wurde nur ein Welpe angelegt – April selbst. Die Geburt musste tierärztlich begleitet werden und auch die Milchbar wollte zunächst nur zögerlich anspringen. Ein Einling löst deutlich weniger Reize aus, was sich von den Wehen bis zur Milchproduktion bemerkbar machte. So mussten wir zunächst mit Flaschenfütterung überbrücken, bis unsere „Prilli“ schließlich die komplette Milchbar mit allen acht Zapfhähnen ganz allein zur Verfügung hatte.

Die Beinamen „Anja Ute“ sind eine kleine Hommage an unsere Zuchtwartin, die bei dieser besonderen Geburt an unserer Seite war und uns tatkräftig unterstützt hat.

So hatte April natürlich eine echte Pole Position. Sie hatte ihre Mutter ganz für sich allein und gleichzeitig auch die volle Aufmerksamkeit ihres Menschenteams. June kümmerte sich intensiv um sie, und auch wir waren ständig um sie herum. April wuchs damit tatsächlich wie ein echtes Einzelkind auf – mit allen Vorzügen, die man sich vorstellen kann. Entsprechend mussten wir eher darauf achten, dass sie nicht zu rund wurde. Ab Tag 1 war für uns klar: Die gehört zu uns und bleibt.

Aus diesem kleinen Einling entwickelte sich eine wunderschöne Hündin mit einem ausgesprochen engen Bezug zu uns Menschen. Ihre Bindung zu uns war immer besonders intensiv – manchmal fast schon unheimlich, so aufmerksam verfolgte sie alles, was um sie herum geschah.

April erhielt später ebenfalls ihre Zuchtzulassung und wurde zu einer beeindruckenden Über-Mutterhündin. Im Umgang mit ihren Welpen war sie ausgesprochen aufmerksam und instinktsicher. Sie kümmerte sich mit großer Selbstverständlichkeit um ihre Jungen und übernahm auch in der Erziehung eine klare Rolle.

Nach drei hervorragenden Würfen hilft April heute ihrer Tochter bei den Welpen. Aufgrund ihres ausgeprägten Mutterinstinktes ist sie kaum davon abzuhalten, ebenfalls nach dem Rechten zu sehen und bei der Betreuung zu helfen – als sei sie selbst die Mutter.

June

("June" vom Gellertberg)

Mit June zog unser erster Vizsla bei uns ein. Für uns war sie der erste Hund dieser Rasse – und wir waren von Anfang an begeistert von ihrer Intelligenz, ihrer Aufmerksamkeit und der engen Bindung zum Menschen. Schon als junge Hündin fiel auf, wie lernfreudig sie war. Neue Aufgaben hat sie regelrecht eingefordert. Oft hatten wir das Gefühl, sie wollte sagen: „Gib mir etwas zu tun – ich mache das gern für dich.“ Dieses typische „Will to Please“, das man beim Vizsla so oft beschreibt, haben wir bei ihr jeden Tag erlebt.

Besonders das Apportieren liebte sie. Ihren Dummy nahm sie häufig schon von selbst mit auf den Spaziergang und trug ihn voller Erwartung mit sich herum, in der Hoffnung, dass wir ihn unterwegs wieder verstecken oder werfen. Auch Nasenspiele und Fährtenarbeit machten ihr großen Spaß. Wasser gehörte ebenfalls zu ihren großen Leidenschaften – sie war eine echte Wasserratte. Schwimmen liebte sie ohnehin, und auch das Tauchen bereitete ihr große Freude.

Im Alltag war June eine freundliche und sensible Hündin. Kindern begegnete sie offen und geduldig. Fremden gegenüber war sie zunächst eher reserviert, jedoch ohne Scheu – sie beobachtete einfach erst einmal in Ruhe, bevor sie Kontakt aufnahm.

Mit June unterwegs zu sein bedeutete auch, immer wieder angesprochen zu werden. Viele Menschen blieben stehen, wollten sie näher kennenlernen oder sagten einfach, wie beeindruckt sie von ihr waren. Manche waren regelrecht schockverliebt in dieses aufmerksame, freundliche Wesen. Diese vielen positiven Rückmeldungen machten uns neugierig. Wir wollten wissen, ob dieser Eindruck auch fachlich Bestand hat und stellten June erfahrenen Kennern der Rasse vor. Mit den bestandenen Gesundheitsuntersuchungen und den entsprechenden Bewertungen auf Ausstellungen erhielt June schließlich ihre Zuchtzulassung.
June wurde nicht nur Zuchthündin – mit ihr wurden wir auch Züchter.

Als Mutterhündin zeigte sie genau die Eigenschaften, die man sich nur wünschen kann: Ruhe, Souveränität und eine natürliche Fürsorge für ihre Welpen. Insgesamt schenkte sie uns drei Würfe. Aus ihrem letzten Wurf blieb April bei uns – die Hündin, die unsere Linie später weitergeführt hat.

„Jeder Hund hat seinen eigenen Charakter – und gemeinsam schreiben sie unsere Geschichte.“

Magyar Vizsla vom Wartberg