8. Woche – Bereit für neue Abenteuer
In der achten Woche zeigt sich im Alltag deutlicher, was sich in den vergangenen Wochen entwickelt hat. Gleichzeitig verändert sich einiges – sowohl im Verhalten der Welpen als auch im Umgang miteinander.
Der einzelne Welpe rückt jetzt stärker in den Fokus. Erfahrungen außerhalb der Gruppe gewinnen an Bedeutung, da sie helfen, Eindrücke eigenständig zu verarbeiten und sich unabhängig vom Wurf zu orientieren.
Was passiert in dieser Woche?
- sehr hohes Energielevel im Wurf
- individuelle Unterschiede werden sichtbar
- gezielte Einzelerfahrungen außerhalb der Gruppe
- Tierarztbesuch mit Impfung und Chip
- Vorbereitung auf den Umzug ins neue Zuhause
In der achten Woche sind aus unseren kleinen Welpen längst keine vorsichtigen Entdecker mehr geworden – man könnte auch sagen: es sind kleine Raketen.
Was vorher noch verspielt und manchmal etwas unkoordiniert wirkte, ist jetzt zielgerichtet, schnell und voller Energie. Ein Impuls reicht – und alle sind dabei. Gerade bei den Magyar Vizsla merkt man in dieser Welpen-Phase sehr deutlich, wie hoch das Energielevel ist. Sie reagieren blitzschnell, sind ständig in Bewegung und fordern aktiv ein, scannen aufmerksam ihre Umgebung auf die nächsten Abenteuer ab.
Dinge, die sie in den letzten Wochen durch Prägungsarbeit und Sozialisation gelernt haben, werden jetzt nicht mehr nur ausprobiert, sondern auch ganz selbstverständlich angewendet. Gleichzeitig entwickeln sich erste kleine Gewohnheiten – manche Welpen haben bevorzugte Spielpartner, andere setzen sich in bestimmten Situationen immer wieder durch oder suchen gezielt Streicheleinheiten und Körperkontakt, finden einen Lieblingsplatz zum Ausruhen.
Und genau hier kommt ein Punkt dazu, der diese Woche besonders macht: die Dynamik im Rudel.
Es ist selten der Einzelne, der etwas „anrichtet“ – es ist das Zusammenspiel. Findet einer eine interessante Stelle an einem Gegenstand, dauert es oft nur Sekunden, bis die anderen dazukommen. Dann wird gemeinsam gezogen, gezerrt, untersucht – und aus einer Kleinigkeit entsteht plötzlich eine erstaunliche Energie und jeder will der Erste sein.
Man muss es so ehrlich sagen: Diese Zeit ist nicht besonders materialschonend.
Eine herunterfallende Küchenrolle hat unter diesen Umständen keine lange Lebenserwartung. Und auch Dinge, die eigentlich robust wirken, stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Wir haben zum Beispiel erlebt, dass ein Hundepool, der als Bällebad gedacht war, innerhalb kürzester Zeit zum Gemeinschafts-Abriss-Projekt wurde – und am Ende schlicht nicht mehr zu retten war.
Das gehört dazu.
Diese Mischung aus Energie, Neugier und Trubel im Wurf prägt diese Woche ganz besonders.
Als Züchter bringen wir in diese Phasen ganz bewusst immer wieder Ruhe hinein, indem wir die Welpen einzeln mit in einen anderen Raum nehmen – mal mit uns, mal mit der Mutter oder auch mit anderen Menschen.
In dieser ruhigen Umgebung sind sie deutlich aufmerksamer. Ohne die gewohnte Gruppendynamik und ohne die unmittelbare „Rückendeckung“ oder Ablenkung ihrer Geschwister erleben sie neue Situationen eigenständiger und setzen sich intensiver damit auseinander.
Während die Welpen immer aktiver und eigenständiger werden, verändert sich die Rolle der Mutter ebenfalls.
Sie ist nicht mehr ständig präsent, sondern wählt ihre Momente bewusst aus. Nähe entsteht gezielter – und ebenso klar werden Grenzen gesetzt.
Vor allem rund um die Milchbar zeigt sich das sehr deutlich. Die Welpen versuchen es immer wieder, oft mit viel Nachdruck und nicht selten gleichzeitig. Doch die Zeiten, in denen das selbstverständlich möglich war, sind vorbei. Die Milchproduktion geht zurück, das Gesäuge hat sich weit zurückgebildet – und die Mutter macht sehr klar, dass hier kein Selbstbedienungsladen mehr ist.
Das führt dazu, dass sie häufig nur noch kurz bei den Welpen ist, sich wieder entzieht oder aktiv abwehrt. Ruhige, entspannte Momente entstehen eher dann, wenn die Welpen ausgelastet sind oder gerade gefressen haben. Ansonsten ist das Zusammenspiel deutlich intensiver – und manchmal auch einfach sehr direkt.
Parallel dazu stehen in dieser Woche auch wichtige Erfahrungen außerhalb des gewohnten Umfelds an. Der Tierarztbesuch gehört dazu – mit Autofahrt, neuer Umgebung, fremden Gerüchen und neuen Eindrücken. Neben Impfung, Chippen und der gründlichen Untersuchung geht es uns dabei vor allem darum, dass auch solche Situationen möglichst ruhig und positiv erlebt werden. Der Geruch einer Tierarztpraxis sollte möglichst nicht mit Angst und Stress verknüpft werden.
Und dann ist da noch etwas, das diese Woche von allen anderen unterscheidet:
Es sind die letzten gemeinsamen Tage.
Die Welpen sind bereit für ihren nächsten Schritt. Sie haben viel gelernt, sind offen, neugierig und stabil genug, um in ein neues Umfeld zu gehen. Gleichzeitig sind sie uns in dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen. Die Wochen waren intensiv, fordernd und manchmal auch anstrengend – aber genau das macht es aus.
Wir haben in dieser Zeit unser Bestes gegeben, um jeden einzelnen Welpen auf seinen weiteren Weg vorzubereiten.
Und genau dieser Weg führt nun in die Hände ihrer neuen Familien.
Dort beginnt ein neuer Abschnitt – mit vielen schönen Momenten, aber auch mit Aufgaben, die nicht zu unterschätzen sind.
Denn aus dem Welpen, den wir hier begleiten durften, wird nun Schritt für Schritt ein erwachsener Hund.
Der Abschied fällt nicht leicht.
Umso mehr freuen wir uns, wenn wir weiterhin teilhaben dürfen – durch Nachrichten, Bilder und kleine Einblicke in das weitere Leben „unserer“ Welpen.
„Bereit, ihren eigenen Weg zu gehen – aber ein Teil bleibt immer bei uns.“
Magyar Vizsla vom Wartberg
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