7. Woche – Neugierig und aktiv
Mit großen Sprüngen und übermäßiger Motivation geht es gerade rund im Trubel-Rudel. Es gibt kaum einen Moment, in dem nicht etwas Neues erkundet, probiert oder versucht wird. Aber es bleibt immer etwas Sinnvolles dabei hängen.
Es ist eine Phase, in der einfach alles gleichzeitig passiert und uns fast der Überblick fehlt 😉
Was passiert in dieser Woche?
- Mehr Ausdauer und Dynamik im Spiel
- Erste klare Kommunikation über Körpersprache und Signale
- Entwicklung von Fair Play und Beißhemmung
- Neue Erfahrungen durch Ausflüge, Gelände und Hindernisse
- Zunehmende Nähe und Interaktion mit dem Menschen
Rein optisch haben die kleinen Vischel mit den Knutschkugeln der ersten Wochen nicht mehr viel gemeinsam – es sind nun echte kleine Hunde geworden.
Alles, was sich in der vergangenen Woche entwickelt hat, ist jetzt noch einmal mehr geworden. Die Welpen sind länger in Bewegung, bleiben im Spiel dran und bringen sich gegenseitig immer wieder neu in Aktion.
Mit dieser Energie wachsen auch die Ansprüche. Mehr Platz, mehr Beschäftigung, mehr Spielmöglichkeiten – die Welpen brauchen jetzt Raum, um sich auszuleben und ihre Kräfte einzusetzen.
Dabei fällt auf, wie unterschiedlich die Kleinen in bestimmten Momenten reagieren. Der eine geht neugierig nach vorne, der nächste hält sich zurück und beobachtet erst einmal. Doch das ist keine feste Rolle – vieles ist im Fluss. Was heute noch vorsichtig wirkt, kann schon kurze Zeit später ganz anders aussehen. Jeder probiert sich aus und findet nach und nach seinen eigenen Weg. Man erkennt, wie sich erste Verhaltensmuster verfestigen.
Auch die Kommunikation wird klarer. Zum Beispiel wird der Schwanz jetzt bewusst eingesetzt – er kann freudig wedeln, aber auch eingeklemmt werden. Beides ist deutliche Kommunikation. Dazu kommen Drohgebärden und Beschwichtigungssignale. Im Spiel wird nicht nur körperlich gearbeitet, sondern auch miteinander „gesprochen“.
Zum "Wortwechsel" unter Welpen und Junghunden gehört auch der Austausch von aggressiven Drohsignalen. Hunde müssen sich in ihrer Sprache ausdrücken dürfen, ohne dass eingegriffen wird. Gegenseitiges Schmerzzufügen führt tatsächlich zu gehemmter Aggressionsbereitschaft – die Zähne werden gezeigt, aber es wird nicht einfach zugebissen. Das Gleiche gilt für menschliche Körperteile: Auch hier darf ein kleiner Vischel nun mitbekommen, wenn er uns gerade weh tut.
Die Mutter übernimmt jetzt immer mehr den erzieherischen Part. Sie lässt vieles laufen, greift aber ein, wenn es zu viel wird, und setzt den Welpen dort Grenzen, wo sie nötig sind. Gerade in diesem Alter sind diese Korrekturen wichtig, weil die Kleinen im wilden Miteinander nicht nur ihren Überschwang ausleben, sondern auch lernen müssen, wann Schluss ist.
So entsteht Schritt für Schritt das, was die Welpen später brauchen: ein Gefühl für ihr Gegenüber, für Situationen und für das eigene Verhalten.
Zusätzlich nehmen wir immer wieder einzelne Welpen mit ins Haus. Dort erleben sie Mutter und Oma einmal ohne das Gewusel und die Ablenkung des Rudels. In dieser ruhigeren Situation entstehen ganz andere Momente – vorsichtiges Nuckeln am fast schon zurückgebildeten Gesäuge und Spiel mit den erwachsenen Hunden. Genau darin steckt ebenfalls ganz viel Lernen und Prägung, weil der einzelne Welpe die Aufmerksamkeit hier auf eine andere Weise erlebt.
Es entstehen in diesem Alter auch erste vorsichtige Reaktionen und kleine Angstmomente – ein wichtiger Schritt im emotionalen Heranreifen und im Umgang mit neuen Situationen und Stress.
Fester Bestandteil sind ebenfalls unsere kleinen „Betriebsausflüge“. Kurze Autofahrten und fremdes Gelände bringen die Welpen in völlig neue Situationen. Andere Untergründe, neue Gerüche und ungewohnte Hindernisse fordern sie auf eine ganz eigene Weise heraus und sorgen dafür, dass sie sich immer wieder neu orientieren und ausprobieren müssen.
Daraus entwickelt sich Sicherheit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Die Welpen suchen jetzt aktiv die Nähe zum Menschen, genießen Berührungen und fordern den Kontakt regelrecht ein. Streicheln, Spielen und gemeinsames Erleben werden bewusst angenommen. Gleichzeitig merkt man, dass sie anfangen zuzuhören und auf Ansprache zu reagieren – wie man im nachfolgenden Video gut sehen kann.
„Zwischen Spiel, Grenzen und neuen Eindrücken wächst jeden Tag ein Stück Persönlichkeit.“
Magyar Vizsla vom Wartberg
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