6. Woche – Kleine Persönlichkeiten
Mit zunehmender Aktivität und Selbstständigkeit zeigen die Welpen jetzt immer deutlicher ihre eigenen Charakterzüge. Verhalten, Lernen und Umweltreize greifen ineinander und formen das, was später einmal ihren Umgang mit Mensch und Umwelt bestimmt.
Diese Phase legt wichtige Grundlagen für das spätere Verhalten und ihre weitere Entwicklung.
Auch körperlich ist jetzt richtig Leben drin: Die Welpen sind ständig unterwegs, hüpfen, springen und jagen sich durch ihre Umgebung – voller Energie und kaum zu bremsen.
Was passiert in dieser Woche?
- Sehr intensives Spielen und größerer Aktionsradius
- Weiterentwicklung des Sozialverhaltens
- Charakterliche Unterschiede werden deutlicher
- Prägung durch Umwelt, Menschen und neue Reize
- Abwechslungsreiche Fütterung und Geschmacksvielfalt
Die kleinen Racker sind jetzt ausdauernder, selbstsicherer und aktiver unterwegs. Ihr Aktionsradius wächst, sie bleiben länger in Bewegung und treiben sich gegenseitig immer wieder an. Aus einzelnen Spielmomenten werden zusammenhängende Abläufe und dabei ist überall Bewegung, Energie und eine Menge Lebensfreude.
Die Welpen werden fordernder, probieren Grenzen aus und gehen selbstbewusster aufeinander zu. Dabei zeigen sich immer mehr Unterschiede: Der eine geht direkt nach vorne, der nächste hält sich eher zurück und beobachtet erst. So entsteht nach und nach eine erste kleine Rangordnung – und damit auch die Grundlage für ihre eigene Persönlichkeit.
Es wird gerangelt, festgehalten, gezogen und verteidigt. Spielzeug oder interessante Dinge werden gezielt aufgenommen und nicht mehr kampflos hergegeben. Dabei geht es ums Beanspruchen, Erobern, Verteidigen – und auch ums Verlieren. Und es wird dabei auch lauter – die kleinen Fellnasen melden sich zu Wort und setzen sich immer häufiger durch. Jeder probiert sich aus. Man merkt auch, wie sich ihr Körpergefühl verändert. Bewegungen wirken sicherer, koordinierter und werden gezielt eingesetzt – beim Rangeln, beim Ausweichen oder beim Durchsetzen.
Mit dieser Entwicklung nimmt auch das Lernen Fahrt auf. Die Welpen reagieren schneller, verknüpfen Erfahrungen miteinander und wiederholen bestimmte Abläufe. Sie verstehen, was funktioniert – und was nicht. So entstehen nach und nach erste feste Muster im Verhalten.
Die kleinen Vischel lernen jetzt nicht nur im Spiel miteinander, sondern auch im Kontakt mit ihrer Umwelt. Unterschiedliche Untergründe, Geräusche, neue Gegenstände und vor allem verschiedene Menschen gehören fest dazu und werden von uns so „dosiert“, dass keine Überforderung entsteht. Besuch ist ausdrücklich erwünscht, denn die Welpen sollen möglichst viele positive Eindrücke sammeln und Sicherheit entwickeln. Streicheleinheiten und Knuddeln geniessen sie sehr.
Und wenn die Bande müde wird, dauert es nicht lange, bis sie sich auf unserem Menschen- Besuch auf dem Schoß zusammenrollen – und plötzlich sitzt man da und kommt nicht mehr hoch, weil alles voller schlafender Fellnasen ist.
Die Mama spielt jetzt ausgiebig mit ihnen und übernimmt eine wichtige Rolle. Sie greift ein, wenn es zu viel wird, setzt klare Grenzen und zeigt den Kleinen, was geht – und was nicht. Ein Knurren, ein kurzes Maßregeln oder auch mal ein Schnauzgriff gehören jetzt dazu und werden von den Welpen schnell verstanden. Wenn es zu wild wird, dreht sie die Kleinen auch schon mal auf den Rücken und sorgt so für klare Verhältnisse.
Dabei lernen die Welpen sehr schnell, wie weit sie gehen können. Die Milchzähne sind jetzt spitz, die Kraft nimmt zu – und damit wird es im Spiel auch schnell mal unangenehm. Greift einer zu fest zu, reagiert das Gegenüber sofort. Ein Quieken reicht oft schon, und der andere lässt wieder los. Passiert das nicht, ist die Mutter zur Stelle und trennt die kleinen Kontrahenten.
So entwickelt sich Schritt für Schritt die Beißhemmung – im Spiel miteinander und unter der Aufsicht der Mutter. Dabei lernen sie, ihre Kraft besser einzuschätzen und auf Reaktionen zu achten. Aus diesem Grund ist zumindest für junge Hunde von quietschenden Spielzeugen unbedingt abzuraten. Es vermittelt im schlechtesten Fall nämlich genau das falsche Signal: dass ein Quieken das Spiel steigert – und nicht beendet.
Gleichzeitig beginnt die Phase des Abstillens. Die Mutter sagt öfter „nein“, lässt die Welpen nicht mehr jederzeit trinken und beendet den Kontakt auch bewusst. Um sie dabei zu unterstützen, lassen wir die Welpen nur noch in kleinen Gruppen zu ihr. So entsteht weniger Druck, und jeder kommt trotzdem in Ruhe zum Zug. Zusätzlich bekommen die Welpen einzeln immer wieder Qualitätszeit allein mit der Mutter. Diese Momente sind ruhig, intensiv und geben den Kleinen Sicherheit – über die eigentliche Nahrungsaufnahme hinaus, denn die Produktion der Muttermilch wird nun zurückgefahren.
Die feste Nahrung übernimmt nun immer mehr die Hauptrolle. Neben einer hochwertigen Welpennahrung als Trocken- und Feuchtfutter achten wir dabei auf eine möglichst abwechslungsreiche Fütterung, damit sich Verdauung und Geschmackssinn gut entwickeln. Fleisch, Fisch, Ei, Hüttenkäse, Kefir, Gemüse, Obst und vieles mehr gehören dazu. Ergänzt wird das Ganze durch gezielte Supplements, damit die Welpen in dieser Phase optimal versorgt sind.
„Große Klappe, jede Menge Energie – und mittendrin entstehen kleine Charaktere.“
Magyar Vizsla vom Wartberg
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