4. Woche – Erste Spiele und Begegnungen
Die Welpen sind deutlich mehr unterwegs, erkunden ihre Umgebung intensiver und reagieren immer mehr aufeinander.
Dabei erfahren sie erste Grenzen bei sich selbst und den Geschwistern und kommunizieren zunehmend miteinander.
Kulinarisch wird die Welt nun größer und das Immunsystem wird selbstständiger.
Was passiert in dieser Woche?
- Die Bewegungen der Welpen werden sicherer und koordinierter
- Der Energiebedarf steigt – die Zufütterung beginnt
- Erste feste Nahrung wird aufgenommen
- Wichtige Lernprozesse im Sozialverhalten beginnen
- Das Immunsystem befindet sich in einer Übergangsphase
In der 4. Woche wird es lebendiger und auch lauter im Vizsla-Welpen-Reich.
Die Muskulatur entwickelt sich weiter, Bewegungen werden koordinierter und die kleinen Fellknäuel sind nun viel agiler unterwegs.
Gleichzeitig nimmt die Lautstärke im Wurf zu: Es wird mehr geknurrt, gebellt und insgesamt intensiver miteinander kommuniziert.
Manchmal richtet sich das sogar gegen scheinbar unsichtbare Gegner – sei es ein Spielzeug oder die Begrenzung des Welpenauslaufs. Dabei kann man oft gar nicht anders, als zu lachen.
Dinge werden nicht mehr nur kurz wahrgenommen, sondern genauer untersucht. Ein Spielzeug wird angestupst, beschnuppert und auch einmal länger „bearbeitet“. Die Aufmerksamkeitsspanne steigt.
Auch die Geschwister rücken dabei immer mehr in den Mittelpunkt. Aus einzelnen Bewegungen entwickeln sich kleine Abläufe: Einer beginnt, ein anderer reagiert – und so entsteht Bewegung im ganzen Wurf.
Dabei kommt nun auch etwas Neues ins Spiel:
Das Milchgebiss ist inzwischen deutlich vorhanden – insgesamt 28 kleine, spitze Zähnchen.
Im Kontakt untereinander werden diese jetzt spürbar. Beim Spielen kann es passieren, dass ein Welpe den anderen zwickt – dieser reagiert mit einem kurzen Quieken, und im nächsten Moment wird losgelassen.
Genau hier beginnt ein wichtiger Lernprozess:
Die Welpen erfahren erstmals Grenzen. Sie lernen, wie weit sie gehen können – und wann es zu viel wird.
Diese Erfahrungen entstehen ganz von selbst im Spiel und bilden die Grundlage für spätere Beißhemmung, Sozialverhalten und Kommunikation unter Hunden.
Was unter den Welpen im Spiel passiert, bekommt nun auch die Mutter immer mehr zu spüren.
Mit den spitzen Milchzähnen und zunehmender Kraft wird das Säugen intensiver. Die Welpen treten mit den Vorderläufen gegen das Gesäuge, ziehen stärker und gehen insgesamt energischer vor als noch in den Wochen zuvor.
Für die Hündin bedeutet das eine enorme Belastung – denn gleichzeitig leistet sie Erstaunliches. Während man beim Menschen von etwa 700 bis 800 Millilitern Milch pro Tag ausgeht, produziert eine Hündin dieser Größe oft mehr als zwei Liter täglich. Eine körperliche Höchstleistung, die viel Energie einfordert. Zusätzlich steigt jedoch auch der Energiebedarf der kleinen Fellnasen.
Genau hier liegt der natürliche Zeitpunkt für die Zufütterung.
Neben der Muttermilch bekommen die Welpen nun zusätzlich Ziegenmilch und erstmals auch feste Nahrung – in unserem Fall fein gewolftes Rindfleisch.
Damit verändert sich auch die Art der Nahrungsaufnahme grundlegend. Statt zu saugen, lernen die Welpen nun, Flüssigkeit mit der Zunge aufzunehmen, erste Kaubewegungen auszuführen und Nahrung zu schlucken.. Das ist zunächst ungewohnt und muss sich Schritt für Schritt entwickeln.
Das Immunsystem befindet sich nun in einer Übergangsphase. Der Schutz durch die Muttermilch wirkt weiterhin, doch der Organismus beginnt zunehmend, eigene Abwehrmechanismen aufzubauen.
Aus diesem Grund wachsen die Welpen in den ersten Wochen bewusst in einem geschützten Umfeld auf – ohne äußere Einflüsse oder Besuch von außen. Eine ganz normale Hygienemaßnahme, die ihnen einen stabilen Start ins Leben ermöglicht.
Mit der Umstellung der Ernährung verändert sich schließlich auch die Pflege durch die Mutter.
Solange die Welpen ausschließlich Muttermilch aufnehmen, übernimmt sie einen großen Teil der Reinigung.
Mit der Zufütterung wird der Welpenbereich nun deutlich schneller schmutzig, und die Pflege verlagert sich zunehmend auf den Züchter.
Das bedeutet auch einen höheren Reinigungsaufwand und den Übergang zu einer konsequenten Umgebungshygiene.
Ganz praktisch gesprochen: Ab jetzt gehört Küchenpapier zu den wichtigsten Werkzeugen in unserem Alltag.
„Im Spiel lernen sie voneinander, was sie später im Leben brauchen.“
Magyar Vizsla vom Wartberg
Erstelle deine eigene Website mit Webador