3. Woche – Die Welt öffnet sich

 

In der dritten Lebenswoche beginnt eine ganz besondere Phase in der Entwicklung unserer kleinen Vischel.

Die Welt, die bisher nur aus Wärme, Nähe und Instinkt bestand, öffnet sich nun Stück für Stück.
Augen und Ohren sind jetzt weitgehend entwickelt – und plötzlich nehmen unsere Fellknäuel ihre Umgebung ganz bewusst wahr.

Aus ruhigen Neugeborenen werden langsam kleine Entdecker, die beginnen, ihre Umwelt zu erkunden.

   Was passiert in dieser Woche?

 

  • Augen und Gehör entwickeln sich deutlich weiter
  • Erste Gehversuche und mehr Bewegung
  • Die Welpen reagieren auf Geräusche und Bewegungen
  • Milchzähne brechen durch
  • Beginn der Prägungs- und Sozialisierungsphase

In der dritten Lebenswoche verändern sich die Sinne der Welpen deutlich.
Augen, Gehör und auch der Geruchssinn arbeiten immer besser zusammen und ermöglichen es den kleinen Fellnasen, ihre Umgebung bewusster wahrzunehmen. Bewegungen werden verfolgt, Geräusche lösen Reaktionen aus und auch über die Nase nehmen sie ihre Umwelt intensiver wahr. Sie orientieren sich an ihren Geschwistern, suchen gezielt Kontakt und beginnen, sich immer besser zurechtzufinden.

In dieser Phase brechen außerdem die Milchzähne durch.

Die Welpen probieren auch ihre Stimme aus – aus leisen Lauten werden zunehmend kräftigere Töne, Knurren und Bellen sind nun regelmäßig zu hören.

Parallel dazu verändert sich auch die Bewegung. Aus den bisherigen, eher unkoordinierten Versuchen entsteht langsam ein erstes richtiges Laufen – noch wackelig und unsicher, aber klar erkennbar. Die Welpen richten sich auf, halten sich immer besser auf den Beinchen und gewinnen durch ihre zunehmende Aktivität an Kraft und Stabilität. Dabei werden Muskulatur und Koordination von Tag zu Tag sicherer.

Auch im Körper selbst laufen wichtige Prozesse ab. Die Welpen können ihre Körpertemperatur zunehmend eigenständig regulieren und sind weniger auf die Wärme von Mutter und Geschwistern angewiesen. Zudem setzen sie Kot und Urin nun eigenständig ab und verlassen dafür auch kurz ihr Nest. Dabei ist ihr Orientierungssinn bereits so weit ausgeprägt, dass sie anschließend selbstständig wieder zu ihrem Schlafplatz zurückfinden.

Genau jetzt beginnt auch ganz behutsam die Prägungs- und Sozialisierungszeit. Die Welpen sind in diesem Alter besonders offen für neue Eindrücke und nehmen ihre Umwelt zunächst neutral und ohne Angst wahr.

Auch im Verhalten der Mutter zeigt sich das deutlich. Sie zieht sich etwas zurück und kommt überwiegend nur noch zum Säugen zu ihren Welpen. Ansonsten hält sie sich mehr im Hintergrund und gibt ihnen Raum für ihre eigene Entwicklung.

Dabei entstehen nun erste Herausforderungen im Alltag der Welpen. Beim Säugen entscheidet die Mutter zunehmend selbst, wann es genug ist, und steht dann einfach auf. Es kommt vor, dass sich ein Welpe dabei noch festgesaugt hat und ein Stück mitgetragen wird. Lässt er schließlich los, liegt er zunächst etwas orientierungslos da, quiekt und protestiert. Die Mutter beobachtet das Geschehen aus der Entfernung, greift aber nicht sofort ein. Nach kurzer Zeit findet der Welpe instinktiv den Weg zurück zu seinen Geschwistern.

Solche Situationen sind ein ganz natürlicher Teil ihres Heranwachsens. Die Welpen sammeln Erfahrungen, lernen mit kleinen Frustrationen umzugehen und sich selbst zu orientieren.

Auch untereinander verändert sich das Verhalten. Spielversuche, kleine Rangeleien und vorsichtiges Austesten von eigenen und fremden Grenzen gehören nun zum Alltag.

Diese Zeit nutzen wir gezielt, um die Welpen Schritt für Schritt an verschiedene Reize des Alltags heranzuführen. Dazu gehören unterschiedliche Geräusche, bewusste Berührungen, wechselnde Untergründe sowie kleine Gegenstände, die sie neugierig mit ihrer Nase erkunden können.

Wichtig ist dabei ein ruhiger und achtsamer Umgang. Die Welpen sollen Erfahrungen sammeln dürfen, ohne überfordert zu werden. So entstehen wichtige Grundlagen für einen sicheren und ausgeglichenen Umgang mit ihrer Umwelt und dies ist auch ein wesentlicher Teil unserer Zuchtarbeit.

Die 3. Woche im Video:

„Eine gute Prägung beginnt leise – und wirkt ein Leben lang.“

Magyar Vizsla vom Wartberg