2. Woche – Erste Veränderungen

 

Die zweite Woche verläuft weiterhin ruhig und gleichmäßig.
Trinken, Schlafen und Wachsen bestimmen nach wie vor den Alltag der kleinen Fellknäuel.
Gleichzeitig zeigen sich nun erste zarte Veränderungen in ihrer Entwicklung.

   Was passiert in dieser Woche?

 

  • Die Welpen schlafen und trinken weiterhin überwiegend
  • Am Gesäuge wird aktiver gedrängelt und geschoben
  • Interaktionen untereinander nehmen zu
  • Erste wackelige Bewegungsversuche
  • Augen und Ohren öffnen sich langsam

Auch in der zweiten Woche verbringen die kleinen Fellnasen den Großteil ihrer Zeit weiterhin mit Schlafen und Trinken. Am Gesäuge wird es dabei jedoch deutlich lebhafter. Die Welpen docken an, beginnen zu saugen und mit den Vorderläufen zu treten – doch es dauert einen kurzen Moment, bis die Milch richtig fließt. Dann verändert sich das Bild schlagartig: Die kleinen Körper arbeiten rhythmisch, und die kleinen Schwänzchen beginnen alle gleichzeitig zu wackeln. Ab diesem Moment wird konzentriert getrunken – und zwar sehr hungrig.

Es geht dabei längst nicht mehr so ruhig zu wie noch in den ersten Tagen. Es wird geschoben, gedrängelt und auch mal um die beste Zitze gerungen. Wer keinen guten Platz bekommt, macht sich bemerkbar – und man kann inzwischen deutlich hören, wenn ein Welpe ungeduldig seinen Unmut äußert.

Gleichzeitig beginnen die Kleinen, sich untereinander vorsichtig wahrzunehmen. Mit dem Maul wird neugierig erkundet, kleine Pfoten oder die Schnauze der Geschwister werden so ertastet. Noch wirkt alles unkoordiniert, aber die ersten Ansätze von Interaktion sind klar zu erkennen.

In dieser Phase gehört es auch zu unseren Aufgaben als Züchter, die Krallen der Vorderläufe regelmäßig zu kürzen. Die feinen Spitzen würden das Gesäuge der Mutter beim Treten sonst stark beanspruchen. Bei einem Wurf mit beispielsweise sieben Welpen kommen dann also 70 Krallen regelmäßig zur Pediküre....

Und noch etwas ist typisch für diese Zeit: Im Maulbereich der Welpen entsteht durch die Muttermilch ein ganz eigener Geruch, der stark an Kaffee erinnert. Daher nennen wir sie in dieser Phase liebevoll „Kaffeeschnuten“.

Im weiteren Verlauf der zweiten Woche nehmen Kraft und Aktivität der Welpen spürbar zu. Die kleinen Beine können den Körper zwar noch nicht tragen, doch die paddelnden Bewegungen werden deutlich kräftiger und schneller. Die Fortbewegung wirkt insgesamt zielgerichteter.

Parallel dazu entwickelt sich auch das Gehör weiter. Geräusche werden zunehmend wahrgenommen, und man kann erkennen, dass die Welpen auf ihre Umgebung reagieren – sei es durch kleine Laute oder durch Bewegung. Auch innerhalb des Wurfes wird die stimmliche Kommunikation etwas deutlicher.

Gegen Ende der Woche öffnen sich langsam die Augen. Zunächst sind es nur schmale Schlitze, und die Sicht ist noch unscharf. Helligkeit und Bewegung werden jedoch bereits wahrgenommen, sodass sich die Wahrnehmung der Umgebung Schritt für Schritt erweitert.

Gleichzeitig verändert sich auch das Verhalten der Mutter ein wenig. Sie liegt nicht mehr dauerhaft eng bei den Welpen, sondern nimmt sich immer wieder kurze Pausen in ihrer Nähe. Die Kleinen bleiben dabei eng beieinander liegen, schieben sich aneinander, suchen Kontakt und finden so weiterhin Wärme und Sicherheit. Nach dem Trinken kehrt schnell wieder Ruhe ein – dicht aneinander gekuschelt wird sich unter zufriedenem Grummeln in den Schlaf „eingegroovt“. Dabei kann man oft beobachten, wie die kleinen Körper zucken, sich die Pfötchen bewegen oder feine Muskelbewegungen durch den Körper laufen – erste Anzeichen dafür, dass die Welpen bereits träumen.

Die 2. Woche im Video:

„Kaffeeschnuten – ein Duft, den man nicht vergisst.“

Magyar Vizsla vom Wartberg